Zoom-Fatigue: Was Sie gegen Müdigkeit in der Onlinewelt tun können

von Lena Stief

Videokonferenzen sind aus dem Berufsalltag spätestens seit der Pandemie nicht mehr wegzudenken. Laut einer Studie wird der Videokonferenzmarkt zwischen 2020 und 2026 um weitere 19 Prozent wachsen. Und viele Arbeitnehmende profitieren von dem vereinfachten Kommunikationsaustausch. Dennoch lässt sich unter Mitarbeitenden noch ein anderes Phänomen beobachten: Die „Zoom-Fatigue“. Was hinter diesem Begriff steckt und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Was ist Zoom-Fatigue?

Der Begriff „Zoom-Fatigue“ lässt sich ableiten von der Onlinemeeting-Plattform „Zoom“ und dem französischen Wort „Fatigue“ – auf Deutsch: „Müdigkeit“. Der Begriff beschreibt also die Müdigkeit und Erschöpfung, die Videokonferenzen auslösen können. Dieser Effekt ist nicht selten. Bis zu 60 Prozent der Befragten einer Studie geben an, eine solche Online-Müdigkeit zu verspüren.

Welche Symptome zeigen sich?

Auch wenn das Phänomen übersetzt „Zoom-Müdigkeit“ bedeutet, muss dies nicht immer heißen, dass Sie vor der Konferenz gähnen oder gar einschlafen. Zoom-Fatigue beschreibt auch andere Symptome, die auftreten können, wenn Sie zu oft an Videokonferenzen teilnehmen müssen. Dadurch kann Ihre Konzentration sinken und Ihre Ungeduld steigen. Sie werden reizbar oder fühlen sich genervt. Gleichzeitig können durch das ständige Sitzen vor dem Computer und das Stimmengewirr in Konferenzen Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen auftreten. Im schlimmsten Fall können Sie sogar langwierige mentale und körperliche Folgen davontragen – zum Beispiel Magenschmerzen, Schlaf- oder Sehstörungen.

Ein Mann, der auf seinem Schreibtisch schläft.

Fast jeder dritte Befragte einer Studie leidet aufgrund von Videokonferenzen unter Kopf- und Rückenschmerzen. 15 Prozent verzeichnen psychosomatische Folgen.

Welche Gründe gibt es für die Zoom-Fatigue?

Im Allgemeinen gibt es viele verschiedene Faktoren, die eine Online-Müdigkeit auslösen können. Tatsächlich können Videomeetings laut einer Studie körperlich und geistig anstrengender sein als Präsenzkonferenzen. Vor allem, weil technische Probleme die Kommunikation erschweren können: Das ständige Ruckeln des Bildes oder eine mangelnde Tonqualität, durch die Sätze verloren gehen, sind für Geist und Körper belastend. Zwar ist es für die meisten Menschen bequemer im Homeoffice online an einer Konferenz teilzunehmen, aber gerade die Umgebung zu Hause kann uns selbst, aber auch andere Teilnehmende ablenken.

Zudem ist unser menschlicher Körper für Onlinemeetings nicht vollends ausgelegt. Denn unser Auge versucht jede Bewegung im Gehirn zu verarbeiten. Umso mehr Videoteilnehmende einer Session beitreten, umso mehr Bewegungen und Bilder müssen wir einordnen. Das bedeutet, dass sich unser Gehirn gar nicht konzentrieren kann.

Ein Mann, der auf dem Sofa vor seinem Laptop sitzt und sich müde das Auge reibt.

Laut Studien ist jede sechste Frau vom Zoom-Fatigue betroffen, hingegen leidet nur jeder zwanzigste Mann an Symptomen.

Der häufigster Grund für die Zoom-Fatigue ist laut einer Studie der Universität Stanford jedoch die Selbstbespiegelung – heißt, dass ein Teilnehmender dauerhaft sein eigenes Bild sehen kann. Laut Studienergebnis sind vor allem Frauen von der ständigen Ablenkung durch das eigene Bild betroffen. Denn Frauen würden sich angeblich öfter um ihr äußeres Erscheinungsbild sorgen und so den sachlichen Inhalt der Kommunikation vernachlässigen.

Tipps: So können Sie der Zoom-Fatigue vorbeugen:

  1. Planen Sie kurze aktive Pausen ein, in denen Sie sich von Ihrem Schreibtisch wegbewegen.
  2. Schalten Sie in Pausen Kamera, Mikrofon und Ton aus. So entgehen Sie einer Dauerberieselung.
  3. Überprüfen Sie Ihre Sitzposition und achten Sie auf ein gesundes Sitzen.
  4. Minimieren Sie technische oder organisatorische Störquellen. Entsprechende Tipps finden Sie hier.
  5. Limitieren Sie die Dauer und Häufigkeit von Videokonferenzen.
  6. Begrenzen Sie die Anzahl der Teilnehmenden. So entlasten Sie Ihr Gehirn, da es weniger Stimmengewirr und Bewegungen der Teilnehmenden verarbeiten muss.
  7. Führen Sie auch reine Sprachtelefonate durch, um die Anzahl Ihrer Videomeetings zu reduzieren.
  8. Vermeiden Sie mögliche Ablenkungsquellen: Legen Sie in Videokonferenzen zum Beispiel Ihr Smartphone beiseite.

Verspüren Sie nicht nur eine Zoom-Fatigue, sondern auch eine Job-Fatigue in Ihrem Arbeitsalltag? Dann wird es für Sie vielleicht sogar Zeit für einen beruflichen Wechsel. Wir bei NEUMÜLLER vermitteln Mitarbeitende aus dem kaufmännischen, sowie technischen Bereich an Top-Arbeitgeber.

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Tags

Corona, Erschöpfung, Online meeting, Tipps

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