Fangfragen im Bewerbungsgespräch: Die besten Antworten

von Stephanie Haas

Mit Fangfragen im Bewerbungsgespräch überführt werden. Doch worin eigentlich? In diesem Artikel wollen wir Ihnen verraten, was ein Unternehmensvertreter damit bezwecken könnte, wie Sie die tückischen Fallen erkennen und auch meistern werden.

Bei Bewerbern sind Fangfragen im Vorstellungsgespräch alles andere als beliebt. Oftmals überwiegt die Angst, sich mit einer falschen Antwort die Sympathien der Gesprächspartner zu verscherzen. Oder sich so sogar die Chancen auf den Traumjob zu verbauen. Aus diesem Grund wollen wir uns in diesem Artikel näher damit beschäftigen, was es mit den Fangfragen im Vorstellungsgespräch auf sich hat. Wir vermitteln Ihnen nicht nur ein theoretisches Wissen, sondern wollen Ihnen zahlreiche Beispiele aus der Praxis und exklusive Antwortmöglichkeiten mit auf den Weg geben.

Was sind Fangfragen? Eine Definition

Eine Fangfrage ist eine kreative, außergewöhnliche Frage, die mit einem gewissen rhetorischen Geschick gestellt wird. Es geht darum, einer anderen Person etwas zu entlocken, was häufig ungewollt vonstatten geht. Sie ist daher ein Mittel der Manipulation. Das Ziel ist die Preisgabe einer zunächst unbekannten Information.

Warum stellen Personaler Fangfragen beim Vorstellungsgespräch?

So manch einer mag eine sadistische Ader bei einem Personalverantwortlichen vermuten, sofern dieser mit einer solch ausgefuchsten Frage aufhorchen lässt, doch bei Fangfragen im Vorstellungsgespräch geht es vielmehr darum, sich ein umfassendes und ehrliches Bild vom Kandidaten zu machen. Heißt: Ein Bewerber versucht sich natürlich von seiner besten Seite zu präsentieren. Er vermarktet sich als perfekter Kandidat für die Vakanz.

Mit einer solch gewieften Frage soll der Bewerber aus seiner Rolle schlüpfen. Das Unternehmen will das authentische und natürliche Verhalten des potentiellen Mitarbeiters sehen und nicht die einstudierte Persona, die sich der Kandidat in seiner Vorbereitung zurechtgelegt hat. Die Verantwortlichen wollen sehen, wie sich der Mitarbeiter in spé in Drucksituationen verhält. Daraus lassen sich Rückschlüsse für das Verhalten im Berufsleben ziehen, die bei der Kandidatenwahl eine entscheidende Rolle spielen können. So lässt sich für das Unternehmen und den Bewerber einfacher herausfinden, ob es ein Job-Match geben wird. Prinzipiell wollen Unternehmensvertreter mehr über folgende Aspekte erfahren:

  • Wie motiviert ist der Bewerber die Stelle anzutreten?
  • Passt das soziale und fachliche Verhalten zu den Anforderungen des Jobs und Unternehmens?
  • Welche Dinge sind dem Bewerber selbst wichtig? (Einstellungen, Ansichten, Werte)
Auf dem Bild werden einer Bewerberin Fangfragen gestellt.

Mittels Fangfragen wollen Personalverantwortliche Sie aus der Reserve locken und besser kennen lernen.

Fangfragen erkennen: Wie Ihnen das Entschlüsseln gelingt

Zugegeben, Fangfragen können im Bewerbungsgespräch wirklich gemein sein. Denn meist erkennen die Bewerber diese erst auf den zweiten Blick. Die Fragestellungen sind nämlich meist so formuliert, dass der Kandidat dazu förmlich eingeladen wird, munter darauf los zu reden. Im vorab sollten Sie sich deshalb gut überlegen, was der Personaler aus Ihnen herauskitzeln möchte. Um entsprechende Fragen zu entschlüsseln, müssen Sie mögliche Intentionen des Fragestellers hinterfragen:

  • Will der Fragesteller wissen, ob ich mich gut vorbereitet habe?
  • Will der Fragesteller überprüfen, ob mein Lebenslauf zu sehr beschönigt ist und ich wirklich für die Stelle geeignet bin?
  • Glaubt der Fragesteller, ich könnte bei meiner Bewerbung gelogen haben?

Besonders leicht erkennen Sie Fangfragen im Vorstellungsgespräch, wenn diese vermeintlich gar nichts mit dem Stellenangebot zu tun haben. Wenn Sie also plötzlich Ihre beruflichen Idole nennen sollen, sollten definitiv die Alarmglocken klingeln. Das Gegenüber will wissen, welcher Typ Sie im Berufsleben sind. Häufig sind auch klassische Stärken-und-Schwächen-Fragen als Fangfrage verpackt, zum Beispiel:

"Wie würden Ihre Eltern Sie als Person beschreiben?"

Eine beliebte Fangfrage, die auf die Stärken und Schwächen einer Person abzielt, ohne direkt danach zu fragen. Sie ist bewusst offen gestellt.

Auf Fangfragen im Bewerbungsgespräch antworten

1. Keine vorbereiteten Antworten

Sollten Sie im vorab schon knifflige Fragen ausgemacht haben und diese kommen tatsächlich im Bewerbungsgespräch dran, ballen Sie nicht zu voreilig die Siegerfaust. Denn wenn Sie wie aus der Pistole geschossen antworten, vermitteln Sie dem Personaler das Gefühl, eine Standardfloskel auswendig herunterzurattern.

Und genau darum geht es, wie bereits im zweiten Stichpunkt beantwortet, nicht. Sollte Ihnen kritisch auf den Zahn gefühlt werden, empfehlen wir Ihnen immer ehrlich zu bleiben. Ein Personaler merkt, wenn der Bewerber genau das zu sagen versucht, was er hören möchte. Überraschen Sie gerne mit einem Witz. Getreu dem Motto: Wer frech fragt, bekommt eine entsprechende Antwort.

2. Keine Antwort parat- Ruhe bewahren und ehrlich sein

Anders herum, wenn Sie bei einer Fangfrage im Vorstellungsgespräch sehr lange für eine Antwort benötigen, kommt dies ebenfalls nicht gut an. Hier empfehlen wir Ihnen eines: Ruhe bewahren und Zeit gewinnen. Nehmen Sie einen Schluck Wasser, um wertvolle Sekunden zum Überlegen herauszuschlagen. Zudem kann er die Denkzeit mit einem wertschätzenden "ich finde das eine sehr gute Frage" erhöhen. Sollte Ihnen wirklich gar nichts einfallen, ist es besser Sie geben dies offen und ehrlich zu. Das kommt definitiv besser an, als gar nichts oder nur einzelne Wortfetzen von sich zu geben.

3. Keine Widersprüche

Im Lebenslauf verkaufen Sie sich als IT-Profi, offenbaren bei einer Fangfrage jedoch ihr Ungeschick im Umgang mit Computern? Das kann leicht passieren, sollte aber unbedingt vermieden werden. Denn, Sie ahnen es wohl bereits: Der Fragesteller wird Sie nun erst recht ins Kreuzverhör nehmen, um Ihre fachlichen Kenntnisse besser einordnen zu können.

Personalverantwortlicher blickt auf Lebenslauf im Bewerbungsgespräch.

Seien Sie ehrlich und widersprechen Sie sich nicht selbst.

Beispiele für Fangfragen im Personalgespräch mit Antworten und Lösungen

Nachdem Sie nun das theoretische Grundgerüst für Fangfragen im Bewerbungsgespräch beherrschen, wollen wir Ihnen nun mögliche Lösungswege anhand der vorangegangen Informationen aufzeigen. Zudem formulieren wir konkrete Antworten auf unsere Beispielfragen.

1. Wie gehen Sie mit Kritik um?

Möglicherweise kommt Ihnen sofort ein "Das macht mir gar nichts" in den Sinn. Doch dies ist genau jene Antwort, die ein Personaler als auswendig gelernt abstempeln würde. Zeigen Sie hier genau Ihre Authentizität und Menschlichkeit, indem Sie zwar offenbaren, dass Kritik durchaus unangenehm sein könne, jedoch auch seine Berechtigung habe.

"Ich glaube, dass ein ehrliches Feedback zwar unangenehm sein kann, jedoch die Basis dafür legt, dass ich mich weiterentwickeln kann. Deshalb möchte ich in der Kritik auch immer etwas Positives sehen."

2. Wie geht es Ihnen heute?

Viele wollen auf diese Frage positiv wirken und mit Coolness überzeugen. Ein einfaches "mir geht es gut" sendet allerdings vielmehr ein negatives Signal an Ihr Gegenüber. Denn, sofern Sie wirklich für diese Stelle brennen, ist die Nervosität etwas menschliches. Zudem weckt Ihre Antwort wenig Sympathie. Versuchen Sie es daher besser ehrlich und emotional.

"Mir geht es gut, aber ich bin zugegeben schon etwas nervös, da ich großes Interesse an Ihrer Stelle habe. So erging es mir zuletzt beim ersten Rendevous mit meiner Frau, aber das hatte bekanntermaßen ja auch ein sehr gutes Ende genommen."

3. Was ist das Peinlichste, das Ihnen in dieser Woche passiert ist?

Das ist wiederum eine der klassischen Fangfragen beim Bewerbungsgespräch in kreativen Berufen. Hier wird geprüft, ob Sie das Zeug zum Storytelling haben oder Spontanität besitzen. Nicht selten gibt die darauffolgende Antwort auch Erkenntnisse in puncto Humor, was für das Betriebsklima durchaus positiv ist. Hier sollten Sie jedoch keine direkte Schwäche von sich nennen, die sich negativ auf Ihr Fachgebiet oder Motivation (z.B. Unpünktlichkeit) auswirken kann. Nehmen Sie etwas, das jedem passieren könnte, aber dennoch witzig ist.

"Das Problem, wenn die Schwester und Katze denselben Namen haben ist, dass der Spruch 'Karla hat ganz schön zugenommen' im ersten Moment gar nicht so gut ankommt."

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